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Unsere „Arbeit“ an den Kinderbriefen:
Jedes Jahr erhalten wir vom Team des
Nikolauspostamtes in St. Nikolaus weit über 16.000 Briefe die an den Nikolaus gesendet wurden.
Sei es von einem Kind, oder von einem Elternteil für das Kind, von Geschwistern, der Oma, einer Schulklasse oder
Kindergarten, Erwachsenen und und und.
Unser Ziel ist es, dass jeder Brief an den Nikolaus auch beantwortet wird.
Damit das auch klappt,
haben wir für den Nikolaus und seine 25 ehrenamtlichen Helfern acht
verschiedene Antwortschreiben in Deutsch und jeweils eine Antwort in französischer,
englischer, spanischer, russischer, polnischer und italienischer Sprache
bereits vorab gefertigt.
So unterschiedlich die Absender
so unterschiedlich auch der Inhalt der Briefe. Neben fröhlichen
Grüßen an den Nikolaus und zum Teil sehr detaillierten Wunschlisten für
Weihnachten gibt es auch eine nicht geringe Anzahl an Schreiben, die
Sorgen und Nöten ausdrücken.
In den vorgefertigten Antwortschreiben geht der
Nikolaus darauf ein, ob z.B. ein Kind ihm ein Bild gemalt, einen
Wunschzettel geschrieben, seine Adresse mit dem Weihnachtsmann
verwechselt, ihm
einfach Grüße gesendet hat, oder jemand einem Kind einen Brief schicken
möchte.
Sind die Briefe besonders originell oder hat sich ein Kind viel Mühe
gegeben, wird noch eine kindgerechte Geschichte in den Antwortbrief
gelegt. Ein kreatives Faltheft, Leporello, mit Geschichten, Ausmalbilder
und Rezepten erhält immer jedes Kind.
Ist der Inhalt eines Briefes allerdings leidvoll
oder werden traurige Schicksale geschildert, benutzen wir keine
Vordrucke. Möglicherweise offenbaren die Kinder dem Nikolaus schriftlich
ihre Sorgen, über die sie sonst mit niemandem reden können oder wollen.
Diese Briefe werden dann auch
handschriftlich und einfühlsam beantwortet.
Oft sind
Schulprobleme, Liebeskummer, Geldsorgen, Streit der Eltern oder schwere
Krankheiten in der Familie die bewegenden Themen.
Das Briefpapier entwerfen wir jedes Jahr aufs Neue
selbst. Wenn der erste Entwurf steht, dann wird auch an einer Geschichte
gebastelt, die dazu passt. Nicht selten benutzen wir dazu auch mal
eine der spannenden Nikolauslegenden. Nach dem Entwurf und der
Geschichte oder Legende kommt jetzt der schwierigste Teil: Der Entwurf
des Sonderstempels. Alle drei wichtigen Teile müssen nun zu einer
Einheit geschmiedet werden, diese Besonderheit hat auch regen Widerhall
bei Sammlern hervorgerufen, denn jedes Jahr arbeiten wir mit viel Liebe
und Hingabe an diesem Rahmen für die Antwortschreiben der Kinderbriefe.
Die aktuellen Weihnachtsmarken, die uns die Deutsche Post zur
Verfügung stellt, runden das Gesamtbild des Antwortbriefes vom Nikolaus
ab.
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Die beantworteten und frankierten Kinderbriefe
landen dann auf dem Schreibtisch des Nikolauses im Weihnachtspostamt.
Auch hier stempeln ehrenamtliche Helfer und
natürlich auch mal der Nikolaus persönlich den Nikolaus-Sonderstempel
und entwerten damit dekorativ die Briefmarken. Dieser besondere
Stempel wird erstmals am 5. Dezember eines jeden Jahres im
Weihnachtspostamt St. Nikolaus gestempelt. An diesem Tag werden also
auch erst die ersten Antwortschreiben an die Kinder versendet.
Ein Postbote nimmt die roten
Kisten mit der Aufschrift „Sonderpostamt“ mit den vielen Schreiben
entgegen und bringt diese nach Saarbrücken ins Briefzentrum.
Dort werden sie nach Postleitzahlen
sortiert und über Nacht zu den Bestimmungsorten gebracht. Ein
Briefträger wirft sie dann i. d. R. am nächsten Tag den Kindern in den
Briefkasten.
So wie auch in dem Fall des
kleinen Erics aus Rade bei Rendsburg:
Als Eric dem Nikolaus einen Brief schrieb.
Der achtjährige Eric ist gerade in die zweite
Schulklasse gekommen und wohnt in dem kleinen Örtchen Rade bei Rendsburg
in Schleswig Holstein. Auch in diesem Jahr hat er wieder einen Brief
an den Nikolaus in St. Nikolaus im Warndt geschrieben. Das besondere, er
konnte diesmal alle Buchstaben selbst schreiben und brauchte nicht den
vorgeschriebene Text seiner Eltern „abmalen“. Darauf ist er sehr stolz.
Als er noch keine Buchstaben kannte, hat er dem Nikolaus immer ein
schönes Bild gemalt und jedes Mal eine Antwort vom Nikolaus erhalten.
Mittlerweile hat er schon viele Briefe vom Nikolaus aus dem Warndt
erhalten, die er in einer kleinen „Schatzkiste“ in seinem Schrank
aufbewahrt.
Der Brief mit seinen lieben Grüßen an den bärtigen
Mann war gerade fertig geworden, als er umgehend auf sein Fahrrad stieg
und zum nächstgelegenen Briefkasten fuhr und ihn dann einwarf. Er
las noch die Abholzeiten am Briefkasten, sah das er morgen geleert wird
und kehrte aufgeregt nach Hause zurück. Dieses Jahr hat er sich
nämlich etwas Besonderes einfallen lassen. Nicht nur, dass seine Eltern
nicht wussten, dass er wieder einen Brief an den Nikolaus geschrieben
hat, sie konnten auch nicht wissen, dass er den Nikolaus gebeten hatte,
auch seinen Eltern einen Brief zu schicken. Daher grinste er den ganzen
Abend und seine Eltern schauten ihn nur verwundert an und freuten sich,
denn dadurch war der Abend fröhlicher und harmonischer geworden.
Am nächsten Tag pünktlich zur angegebenen
Entleerungszeit stand Eric wieder an „seinem“ Briefkasten und wartete
auf den Postboten. Der kam auch pünktlich mit seinem Postauto an und
grüßte ihn: „Hallo Eric, alles klar bei Dir? Warum wartest du hier auf
mich?“ Eric antwortete: „Ich schaue nach, ob mein Brief noch im
Briefkasten liegt. Ich habe nämlich gestern dem Nikolaus geschrieben“.
„Oh toll“, erwiderte der Postbote. Da schauen wir doch gleich mal
gemeinsam nach. Und tatsächlich, der Brief lag unversehrt im
Postkasten. Es war eindeutig sein Brief. Verziert mit Sternen, einem
Tannenbaum und einem selbst gemalten Weckmann auf dem Kuvert. Eric
freute sich.
„Was passiert nun mit dem
Brief?“ fragte Eric den Postboten gespannt.
„Deinen Brief
bringe ich nun persönlich mit all den anderen Briefen aus den vielen
anderen Briefkästen in das große Briefzentrum nach Kiel“.
„Und was geschieht dann mit meinem Brief?“ „Im
Briefzentrum Kiel wird Dein Brief mit vielen anderen nach der
Postleitzahl sortiert und verteilt. Das machen große Maschinen, die fast
alle handschriftlich geschriebenen Adressen lesen können. Also auch
bestimmt Deine an den Nikolaus. Wenn ein Kind die Postleitzahl der
Adresse an den Nikolaus nicht kennt und es nur: „An den Nikolaus“
schreibt, dann verteilen Arbeiter die Briefe, die wissen genau, dass der
Nikolaus in 66351 St. Nikolaus wohnt und schicken die Briefe dorthin.
Dein Brief liegt dann in einer großen gelben Kiste mit noch vielen
anderen Briefen, die auch nach 66, die ersten beiden Zahlen der
Postleitzahl, gehen. Das Briefzentrum in Saarbrücken, Saarland, ist das
Ziel der Post.
Also fährt ein Fahrer der Post spät abends von Kiel
nach Frankfurt. Dort treffen sich in der Nacht viele LKW-Fahrer und die
tauschen die Post untereinander aus. Das heißt, ein Fahrer aus
Saarbrücken nimmt die Kisten auch aus Kiel mit Deinem Brief mit und
selbst gibt er zum Beispiel Briefe aus dem Saarland für die Postleitzahl
23, also Kiel dem Fahrer mit. Der LKW fährt dann sogleich weiter ins
Saarland.
Im Briefzentrum Saarbrücken
warten schon alle Postler darauf die Briefe noch in der selben Nacht zu
den Briefträgern, so wie ich einer bin, zu bringen. Der zuständige
Briefträger für den Nikolaus beginnt seine Tour in Großrosseln. Von dort
macht sich dann der Briefträger in den frühen Morgenstunden,
wenn du noch schläfst, auf nach St.
Nikolaus und stellt Deinen Brief dem Nikolaus zu.“
Und so landet der Brief vom kleinen Eric aus
Rendsburg 610 Km weiter südlich beim Nikolaus auf dem Schreibtisch.
Der freut sich über seinen „Stammkunden“ und
schaut gleich schon mal nach wie toll
Eric
schon Schreiben kann und welch tolle Bilder er auf das Papier und das
Kuvert gemalt hat.
Dann macht der Nikolaus sich daran den
Brief ganz schnell zu beantworten und ihn loszuschicken.
Eric ist gerade in seine Hausaufgaben vertieft, als
die Türklingel läutet. „Nanu, wer kann das sein?“, fragte er sich.
„Schau doch mal nach“ erwiderte seine Mutter, schon ahnend, dass es der
Briefträger ist. „Mami, Mami, es ist der Briefträger und hält einen
Brief vom Nikolaus in der Hand“. Eric öffnete schnell die Tür.
„Hallo Eric, Guten Tag ich habe hier einen Brief vom Nikolaus aus St.
Nikolaus für Dich. Er hat Dir also wieder geantwortet“, freute sich
selbst der Briefträger. Eric schaut den Briefträger an: „Ist da noch
was?“ „Ja“, sagt der Briefträger, „Ich habe auch einen Brief an Deine
Eltern dabei:“ Die Mutter von Eric, die die ganze Zeit hinter ihm
gestanden hat, staunte nicht schlecht. „Hier ist auch ein Brief an
Euch“, der Postbote reichte den Brief an die verdutze Frau weiter.
Eric ging freudestrahlend an den Tisch mit seinen
Hausaufgaben zurück und bat seine Mutter den Brief ganz vorsichtig zu
öffnen. „Gib den Brief her“, sagte Eric ungeduldig und las ihn seiner
Mutter vor.
Eric las:
Lieber Eric,
heute hältst Du meinen Antwortbrief in Deinen Händen. Ich hoffe, Du
freust Dich darüber so, wie ich mich über Deinen Brief und das Bild
gefreut habe. Vielleicht denkst Du ja, der Nikolaus hat jetzt in der
Vorweihnachtszeit gar keine Zeit alle Briefe zu lesen. Sicherlich habe
ich im Moment sehr viel zu tun, aber trotzdem versuche ich jeden Brief
zu beantworten. Es ist schön anderen eine Freude zu bereiten. So, wie
jetzt auch Dir!
Auf dem Stempel siehst Du, wie ich jeden Tag in meiner Kutsche losfahre,
um die ganze Post einzusammeln. Wenn ich dann wieder zu Hause angekommen
bin, mache ich mir eine heiße Schokolade und setze mich mit meiner
Kuscheldecke in meinen alten Lehnstuhl vor das wärmende Kaminfeuer. So
ist es schön gemütlich, wenn ich alle Kinderbriefe lese.
Manchmal muss ich schmunzeln, manchmal sogar laut lachen und bei anderen
Briefen werde ich ganz traurig. Dann bete ich für diejenigen, dass Gott
Ihnen helfen möge. Auch Du hast mir einen wunderschönen Brief
geschrieben. Als ich ihn gelesen habe, wurde mir ganz warm ums Herz. Ich
muss sagen, ich bin sehr stolz auf Dich. Ich habe ihn sofort über mein
Kamin gehängt. Dort hat Dein Brief jetzt einen Ehrenplatz. Jedes Mal,
wenn ich abends heimkomme und meine heiße Schokolade schlürfe, sehe ich
ihn und denke an Dich. Wenn Du hier wärst, könntest Du meine Augen
leuchten sehen!
Ich danke Dir noch mal von ganzen Herzen, dass Du mir so ein schönes
Geschenk gemacht hast. Ich wünsche Dir und allen die Du liebst, eine
spannende
Adventszeit, ein besinnliches Weihnachtsfest und
ein gutes neues Jahr!
Dein Nikolaus aus St. Nikolaus.
Eric freute sich riesig, nahm seine Filzstifte und
fing an die Bilder der beigefügten Faltkarte auszumalen.
"Die schicke ich nächstes Jahr dem Nikolaus.
Bestimmt."
Am Abend war der Vater auch da und nun konnte auch
der zweite Brief geöffnet werden, wieder wollte Eric den Brief vorlesen
und seine Eltern hatten nichts dagegen.
Liebe Mama und lieber Papa von Eric,
ich habe einen so schönen Brief von Eric
erhalten, dass ich seinem Wunsch aufnahm und Euch ebenfalls einen Brief
schreibe. Meiner Meinung nach, braucht Ihr Euch zu Weihnachten nichts
schenken, denn das größte Geschenk habt Ihr bereits: Eric.
Jedes Jahr, wenn
er mir ein Bild gemalt hat oder einer von Euch ihm beim Schreiben
geholfen hat, merkte ich, wie besonders Eric ist, wie er langsam älter
wird und Jahr für Jahr mehr lernt und neue Sachen entdeckt. Ich bin
selbst ein Entdecker, so dass ich sagen kann, dass er seine Sache
wirklich sehr gut macht.
Er wünscht sich einfach nur einen
Nikolausbrief für seine Eltern.
So einen schönen Wunsch, so leicht
erfüllen zu können, macht mir richtig Freude. Ich wünsche Euch und
vor allem Eric nochmals eine gesegnete Weihnacht sowie fröhliche und
besinnliche Feiertage.
Euer aller Nikolaus
Eric, Mama und Papa schauten
sich gegenseitig an. Dann nahmen sie Eric in die Arme und drückten und
küssten ihn. Diesen Tag
werden Sie noch lange in Erinnerung behalten.
--- Diese Geschichte ist frei
erfunden. Sie könnte sich aber in diesem Jahr in dem kleinen Örtchen
Rade bei Rendsburg genauso abgespielt haben. ---
Übrigens – weiteres rund um das Nikolauspostamt:
- Die Briefmarken der vielen
Briefe an den Nikolaus werden nicht einfach
weggeworfen, sondern wir schneiden diese aus und
verschenken die
Briefmarkenschnipsel an Briefmarkenmissionshilfen,
damit diese sie
weiterverkaufen können und ebenfalls GUTES tun.
- Seit nun mehr 45 Jahren werden Kinderbriefe in St.
Nikolaus beantwortet
- Die Kinderbriefe kommen aus
der ganzen Welt, z. B. Japan, Amerika, Afrika oder
aus Russland
- Jedes Jahr am 5. und 6.
Dezember ist ein Sonderpostamt der Deutsche Post vor
Ort
im
Weihnachtspostamt und stempelt Briefe der Besucher während der
Nikolausfeierlichkeiten. Und das in
philatelistischer Qualität. Das Postamt hat an diesen Tagen von 09:00 bis 19:00
Uhr geöffnet.
- Die Briefe an den Nikolaus
haben eine eigene Postleitzahl: 66351.
Der Ortsteil St. Nikolaus gehört zur Gemeinde Großrosseln
und hat die Postleitzahl: 66352.
- Zu den Feierlichkeiten am 5.
und 6. Dezember kommen auch schon seit vielen Jahren
Besucher aus den angrenzenden
Bundesländer und aus Frankreich.
- Das
Nikolauspostamt ist im Spitzenfeld 1 untergebracht und bei der Eröffnung
ist
draußen der wunderschöne Nikolausmarkt mit
Zimtwaffeln, Glühwein und anderen
Leckereien und Spezialitäten
bestückt.
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